Ein kleiner Auszug…

…aus meinem Tagebuch.

Ich habe vor Kurzem wieder einmal ein neues Tagebuch angefangen und damit ein altes komplett gefüllt. Mit all meinen schrägen Gedanken, wirren Gefühlen und tausenden Versuchen mich auszudrücken. Ich erwische mich immer noch manchmal dabei, wie ich mich innerlich sträube, den ein oder anderen Gedanken aufzuschreiben. Das darf man doch nicht denken! Wie kommst du denn auf sowas?! Solche Bedenken kommen dann plötzlich auf. Aber ist ein Journal nicht genau für dieses Chaos da? Das, was ich niemandem erzählen will. Nicht mal mir selbst. Und hier kommt es ans Licht. Wie oft habe ich schon Erkenntnisse gehabt, Tränen getrocknet, oder einfach schmunzeln müssen. Mein kleiner Psychologe 🙂

Nachdem ich mein letztes Wort geschrieben hatte, musste ich nochmal ein wenig stöbern und blättern. Aus irgendeinem Grund fiel mir eine Seite besonders auf, an der meine Augen etwas länger hängengeblieben sind. Da ich selbst etwas überrascht war, wie schön ich meine Gefühlswelt auf das Papier bringen konnte, habe ich mich entschieden, diesen Ausschnitt zu teilen. Also hier ein vielleicht nicht ganz so sortierter Beitrag, der aus meinem heiligen Büchlein stammt:

Hello <3,

was ich in den letzten Wochen gemerkt habe, ist, dass ich auf jeden Fall ausgebrannt bin. Ich muss die Dinge langsamer angehen. Das Leben ist nicht hektisch. Alles ist Energie.

Ich habe aufgehört, das Leben zu sehen. Mein Leben zu sehen. Alles, worum es eigentlich nur geht. Es kamen so viele Ängste auf. Irrational. Und doch so real. Ich fühle mich einfach, als würde ich feststecken. Ich habe mir irgendwie (bewusst oder unbewusst) so viele Regeln aufgestellt. So viel verboten. Ich habe das gar nicht richtig gemerkt. Ich habe mich gut gefühlt, wenn ich möglichst viel von meiner To-Do-Liste abgehakt hatte. Ich habe innerlich so einen unbewussten Stress oder Druck entwickelt. Das passiert so schleichend, sodass man es kaum merkt. Ich sehe einfach nichts mehr. Ich bin in so einem Tunnel gewesen. Ich merke gerade, dass ich in Vergangenheitsform schreibe. Es ist nicht so, als würde ich jetzt genau wissen, was zu tun ist. Aber wann tut man das schon wirklich? Muss ich das überhaupt?

Es reicht ja, wenn ich einfach mal mache. Einfach lebe. Da bin. Ich habe vergessen, da zu sein. Ich war in meinen eigenen Gedanken und Vorschriften gefangen. Und das habe ich jetzt erkannt. Kein Plan. Keine Zukunft. Keine Ideen. Keine Listen. Einfach sehen, was ist. Keine Urteile. Ich sehe mich. Ich muss mich ja nicht direkt mit Haut und Haaren lieben. Nur akzeptieren, wie es halt jetzt gerade ist.

Es ist doch eigentlich alles egal, wenn ich ehrlich bin.

Mich so viel mit mir selbst zu beschäftigen ist anstrengend. Aber ich glaube, es ist noch viel anstrengender, es nicht zu tun. Und ich tue es auf meine eigene Weise.

Ich will wieder Dinge ohne Sinn machen. Es ist nicht wichtig, wie es aussieht. Wie weit ich komme. Wie schnell ich bin. Oder was ich damit erreiche. Hauptsache ich tue es für mich. Manchmal muss es auch einfach nur Spaß machen. Oder schmecken. Der Seele guttun. Nicht einem Plan folgen. Was nützen Pläne und Listen, wenn man nicht offen und frei tun kann, was man wirklich will? Ich will tanzen, so wie ich es tue. Und wie es sich für mich gut anfühlt. In meinem eigenen Körper.

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